Besuch im Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung

Donnerstag, 22. März 2012

Dank eines Hinweises von Silke Schlichting fanden sich einige aus unserer Gruppe am Donnerstag nachmittag in einer Moschee wieder. Wir folgten einer Einladung, die Ausstellung „Weltreligionen-Weltfrieden-Weltethos“ der Stiftung Weltethos zu besuchen, uns einen Film über das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen anzusehen und an der anschließenden Podiumsdikussion teilzunehmen. Spannend war schon der Standort: eine Moschee im fünften Stock eines Gewerbegebäudes mitten im unwirtlichen Weddinger Gewerbegebiet zwischen Drontheimer und Tromsöer Straße. Nach Verlassen des Aufzugs mussten wir die Schuhe ausziehen. Dann konnten wir in der Moschee Platz nehmen, einem großen Raum, der mit einem hellgrünen und arabisch gemusterten Teppich ausgeschlagen ist. Rechts beteten die Männer, links einige Frauen. Die Ausstellung befand sich in einem anderen Raum. Jede Tafel war von einer bedeutendenen Welt-Religion belegt, die in ihren wichtigsten Grundzügen dargestellt wurde. So erfuhren wir etwas über den Islam, den Hinduismus, den Buddhismus, das Christentum, das Judentum und die Chinesische Religion. Hinter der Ausstellung steht die These, dass ohne Friede zwischen den Religionen auch kein Friede zwischen den Nationen bestehen kann. Gleichzeitig wird gezeigt, dass grundlegende ethische Standards allen Religionen gemeinsam sind. Darin steckt ein Grundprinzip der Humanität, welches alle Menschen verbindet. Insofern können die Weltreligionen zum (Welt-)Frieden beitragen.

Der Film erzählt über die positive Wende nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen im Nigeria der 1990er Jahre. Ein Imam und ein Pfarrer kamen zu Vernunft, schlossen eine Partnerschaft und wurden zum Vorbild für verfeindete Gruppen. Ihnen gelang es, Misstrauen, Hass Ängste und Verletztheit trotz der Verschiedenheit kultureller und religiöser Werte zu überwinden und zu gemeinsamen Positionen zu finden. Heute leiten sie gemeinsam ein Mediationszentrum.

Nach der Podiumsdikussion, die wie im Film von einem Imam und einem Pastor geführt wurde, gab es noch einen Imbiss für alle Teilnehmer, bei dem die Gastfreundschaft spürbar wurde.

Kommentieren