Besuch des Jugendstadtteilladens

Der Eckladen Provinzstraße/ Schwabstraße steht seit Dezember 2012 Jugendlichen zur Verfügung. Die drei Sozialarbeiter Ines, Seytali und Silke vom Träger Gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH – Projekt „Outreach“ sind Ansprechpartner und machen Angebote, um Kontakte zu knüpfen und bei Problemen in Schule, Familie oder Beruf zu helfen. Am Dienstagnachmittag, dem 6. Juni 2013, empfangen sie uns in ihrem Laden und stellen sich und ihre Arbeit vor, die sie als mobile Jugendarbeit bezeichnen. Das bedeutet, dass sie neben Projekten im Laden oder einer Gruppenarbeit im „Haus am See“ die Jugendlichen dort aufsuchen, wo sie sich meistens aufhalten – wie auf dem Spielplatz an der Hausotterstraße oder an bestimmten Ecken im Kiez. Für diese Arbeit stehen generell 1,5 Stellen, zurzeit aber haben sie eine Stelle mehr durch eine Sonderfinanzierung des Bezirkes zur Verfügung, die sich die Sozialarbeiter teilen. Das Projekt der Jugendstadtteilladen läuft vorerst für 18 Monate, und das Quartiersmanagement Letteplatz hat für diesen Zeitraum die Finanzierung übernommen.

Ziel dieser Jugendarbeit ist es, die Kinder und Jugendlichen in dem, was sie können zu bestärken und diese Qualitäten weiter zu entwickeln. Die Sozialarbeiter treffen in Reinickendorf-Ost meistens auf junge Migranten. Viele leben beengt in überbelegten Wohnungen, haben keine Ausbildung oder Arbeit. Manchmal haben sie schon Straftaten begangen. Ihr Lebensort ist die Straße. Dort versuchen die Sozialarbeiter mit ihnen in Kontakt zu kommen. Wenn die Jugendlichen Hilfe wollen, können sie begleitet werden. So ist es neulich gemeinsam mit einem jungen Mann gelungen, für ihn eine Wohnung zu finden. Oder Jugendliche können motiviert werden, sich an Planungsprozessen zu bete

iligen, wie es kürzlich für den Letteplatz geschah. Um solche Erfolge zu erzielen, bauen die Sozialarbeiter ein soziales Netzwerk auf; sie arbeiten mit den Schulen und der Familieneinrichtung „Haus am See“ zusammen. Die Jugendlichen sollen wieder in die Gesellschaft integriert werden und von ihr partizipieren können.

Spätestens hier gibt es genug Stoff für die Diskussion. Einige von uns können es nicht fassen, dass die Eltern oder Schulen es nicht schaffen, die Kinder und Jugendliche so zu erziehen, dass sie ihren eigenen Weg finden können und nicht straffällig werden. Die Sozialarbeiter weisen darauf hin, dass die vielfältigen Ursachen wie Armut, mangelnde Bildung, unzureichender Wohnraum divergierende Familientraditionen dahin führen, viele Jugendliche auszugrenzen.

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